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Veröffentlicht am 14.04.2016 von nemesis

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Anthrax Studio-Report

We´ve Come For You All – Listening Session Göppingen, Treffpunkt, 22.10.2002

Ja, richtig gelesen: 2002. Anthrax, Kultband der Heavy-Szene hatten die Jahre vorher nicht mehr allzu viel von sich reden gemacht, doch mit diesem Album sollte sich das Blatt wieder wenden und bis heute haben Anthrax keinen Millimeter nachgegeben. Und zum aktuellen Super-Album For All Kings doch mal eine coole Sache, auf diese Zeit zurückzuschauen und eine Resumee zu ziehen, was daraus geworden ist. Für Fans sicher ein Artikel-Schmankerl.

„A Skeleton In The Closet“

Der letzte mir bekannt gewordene Output stammt aus dem Jahre 1999, erschienen bei Eagle / Spitfire un-ter dem Namen The Return Of The Killer A’s und war eine Best Of-Scheibe, deren Zusammenstellung nicht jedermanns uneingeschränkte Zustimmung fand. Ohne Zweifel gehören die Jungs um Gitarrist Scott Ian und Drummer Charlie Benante zu den wichtigsten Trashmetal-Bands der letzten 20 Jahre. Irgendwie aber hatte die Gruppe in den letzten Jahren den einstigen Spitzenplatz in der Metalszene verloren. Umbesetzun-gen, einige weniger gute Alben, der übliche Weg halt, den schon viele Musiker hautnah erleben mussten. Die ungewollte Ruhe um Anthrax ließ etliche Leute zweifeln ob die Band denn überhaupt noch existierte, eine Erklärung die Sänger Jon Bush selbst gab. Anthrax letztes reguläres Studio-Output war das schwache Album „Volume 8…The Threat Is Real“ aus dem Jahre 1998.

Neues Label, neues Glück?

Mittlerweile hatten Anthrax nun mit Nuclear Blast ein neues Label gefunden und sollten Anfang 2003 mit dem Titel We`ve Come For You All einen weiteren Silberling auf den Markt bringen. Wie so üblich konnte eine Handvoll eingeladener Journalisten schon einige Songs in der Göppinger Szene-Kneipe „Treffpunkt“ ( kleiner Laden, aber geile Mucke!) vorab mal hören. Und ohne vorab schon zuviel zu verraten, die sechs Songs, die uns da um die Ohren gehauen wurden waren allererste Sahne. Ist das ganze Album so, dann müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn Anthrax es damit nicht schaffen würden, sich wieder mit an der Spitze der Trashmetal-Bands zu etablieren.

„Caught In A Mosh“:

„What Doesn’t Die“, der erste Song, den wir zuhören bekamen, zeigt gleich zu Beginn nach einem kurzen ruhigen Intro, wo der Trashhammer hängt. Maschinengewehrartige, superschnelle Doublebassattacken die beweisen, dass Charlie Benante mit Recht zu den besten Schlagzeugern der Szene zählt. Kombiniert mit recht vertrackten Breaks und dreckigen, sehr harten Gitarren, dazu John Bushs gewaltiges Organ, ein pum-pender Bass, der Dir den Magen richtig hochhebt, hier geht die Post im wahrsten Sinne des Wortes richtig ab. Gerapt wird auch, dennoch fehlt es dem Song nicht an einer eingängigen Hookline. Killer….

Groovig wie eh und je – die Anthrax-Trademarks

Ohne Übergang geht es in den nächsten Song „Superhero“. Sehr melodisch und sich im Ohr festsetzend wird das enorme Tempo des ersten Tracks ein wenig gedrosselt. Die Nummer groovt wie man es von Anth-rax gewohnt ist und dürfte Live zu den absoluten Highlights zählen.

Song Nummer 3 hat den Titel „Refuse To Be Denied“ und startet mit einem Akustik-Gitarren-Intro mit bal-ladenhaftem Touch. Doch weit gefehlt. Zwar ist die Nummer mehr im Midtempo-Bereich angesiedelt, aber die extrem hart und tiefer gestimmten Gitarren zeigen recht schnell, dass hier keine Schmuserock-Musiker am Werk sind. Auch hier besticht wieder die starke Hookline des Songs und der Sänger zeigt sich in einmal mehr Höchstform.

Auf zur Schlußmeile

Mit „Safe Home“ geht es weiter. Ungewöhnlich ist der bei Anthrax kaum zum Einsatz kommende, pulsie-rende Synthie am Anfang des Songs. Ein groovender, leicht funkiger Rhythmus zieht sich durch die ganze sehr melodische Nummer, geprägt von einem sofort hängen bleibenden Chorus. Die Gitarrensoli erinnern ein wenig an Iron Maiden. Was aber nicht beabsichtigt war, sondern sich einfach aus der Songstruktur so ergeben hat, wie mir später Neumitglied und zweiter Gitarrist Rob Caggione im Interview erklärte.

Ein spaciges Intro mit Akustikgitarre führt hinüber zum fünften Track „Any Place But Here“. Mittleres Tem-po, wiederum treibender Rhythmus und der an „Money Talks“ erinnernde Chorus (C’mon, c’mon) machen zusammen mit dem geilen Gesang und den sehr gut gesetzten Gitarrenriffs und –Solis diesen Song zu ei-nem Highlight der kommenden Scheibe.

„Nobody Knows Anything“ ist der letzte Titel den wir zu hören bekamen und zugleich auch der für mich am schwierigsten zu beschreibende Song. Charlie Benate’s Schlagzeugparts sind zum einem dermaßen schnell, total vertrackt und dominant, ich kann mich nicht erinnern, so was schon mal von Anthrax gehört zu haben. Ein pumpender Bass, die bretterharten Gitarren und der extreme Gesang John Bushs, das Ganze klingt, als wenn es darum ginge, alles in Grund und Boden zu stampfen. Musikalische Brachialgewalt pur, aber hallo….

Auf in ein neues Zeitalter

Man durfte also mehr als gespannt sein, wie die restlichen Songs des neuen Albums ausfallen würden. Das, was wir hier geboten bekamen, war absolute Spitze. Insgesamt ist das neue Album härter ausgefallen als Volume 8 und Anthrax sind wieder mehr zu ihren Trashwurzeln zurückgekehrt. Blieb zu hoffen, dass die Band jetzt bei den Donzdorfern Nuclear Blast Records „Safe (and) Home“ ist. Und so sollte es sein und der diesjährig aktuelle Output For All Kings ist einfach mal wieder der Burner.

„Alive 2 – Full DVD“

Besetzung:

Gründungsmitglieder:

Gesang: John Connelly
Rhythmusgitarre: Scott Ian
Leadgitarre & Bass: Dan Lilker
Bass: Ken „Kenny“ Kushner
Schlagzeug: Dave Weiss

Aktuelles Line-up:

Gesang: Joey Belladonna
Rhythmusgitarre: Scott Ian
Bass: Frank Bello
Schlagzeug: Charlie Benante
Leadgitarre: Jonathan Donais

Alben:

  • Fistful of Metal
  • Spreading the Disease
  • Among the Living
  • State of Euphoria
  • Persistence of Time
  • Sound of White Noise
  • Stomp 442
  • Volume 8: The Threat Is Real
  • We’ve Come for You All
  • Worship Music

Seit 26.02.2016: For All Kings

„Breathing Lightning“

photocredit: By BiblioteKarin (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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