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Veröffentlicht am 04.04.2016 von nemesis

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Force Of Evil

Der Vorläufer zu Denner/Shermann

Holla, hier hatten wir aber einen ziemlichen Knaller am Start. Zusammengebastelt aus Mitgliedern von Mercyful Fate und King Diamond konnte man schon fast von einem Familientreffen sprechen. Nur der Sänger schlug mit Martin Stehen von Iron Fire ein wenig aus dem Rahmen. Tut der Gute auch sangestechnisch. Martin ist bei Iron Fire schon nicht schlecht, aber wie der Frontmann hier vom Leder zog, tja, da dürften einigen die Augen aufgegangen sein. Gitarrist Hank Shermann (Mercyful Fate) war super zufrieden mit der Platte, den Jungs an seiner Seite, den Reaktionen und dem Rest der Welt. Naja, letzteres weiß ich nun nicht, aber sonst stimmt die Aussage. Und schon fing der Klampfer an zu witzeln.

Keine Neu-Auflage von Mercyful Fate

„Hier stimmt eh was nicht, die Reviews sind alle total gut.“ Und was soll daran nicht stimmen? Dass die schreibende Zunft doch noch ein wenig Geschmack hat und kraftvollen, traditionellen und auch wieder eigenwilligen Metal mag? „Die Resonanzen auf das Album waren ein gutes Zeichen, denn wir hatten wirklich ein paar Befürchtungen, dass die Leute enttäuscht sein würden, weil wir nicht wie Mercyful Fate oder King Diamond klingen, obwohl doch mit Ausnahme des Sängers das ganze Line-up Nasen aus den beiden Bands beinhaltet.

Es kann mitunter schon sehr hart sein, wenn man mit einer anderen Band bekannt (geworden) ist und dann mit was Neuem um die Ecke biegt. Wenn man allerdings dann mit einem neuen Baby exakt den gleichen Stiefel macht wie mit dem anderen Projekt oder der anderen Combo, verfehlt das zum einen meiner Meinung den Sinn und Zweck der Sache und zum anderen ist das Gemaule auch wieder groß.“

Auch wenn wir nicht Kelly mit Nachnamen heißen…

Hank sprach auch die Problematik an, dass man durchaus der eigenen Hauptband etwas wegnehmen könnte, wenn man nebenbei was laufen hat. Klingt irgendwie, als würde er von Beziehungen und Affären sprechen. Aber wie sagen viele Musiker eh immer: ‚Wir sind eine große glückliche Familie, auch wenn wir nicht alle Kelly heißen’. Gut, man sollte durchaus genug Zeit und Kreativität übrig lassen für seine Hauptband, aber wenn die eigene Kreativität an dem vorbeischrammt, was eben jene Band ausmacht, wäre man als Künstler eigentlich schön doof, wenn man diese Ideen nicht anderweitig ausleben würde. Solange man noch in der Lage ist, Prioritäten zu setzen.

Und das muss wiederum jeder Mucker für sich wissen. Also, warum kommt dieses Thema eigentlich auf den Tisch?! Amkopfkratz Genau, weil viele Fans und Schreiberlinge so was trotzdem nicht immer gern sehen, nach dem Motto ‚muss der jetzt auch noch mit einem eigenen Projekt daherkurven’.

Hier sind auch die Fans so stark bei der Sache, dass Nebenprojekte nicht nötig sind

„Alle Mitglieder von Mercyful Fate haben Familie, Kinder, Babies – da bliebt auch nicht mehr soviel Zeit und man kann nicht alle drei Minuten monatelang auf Tour sein. Und manchen Musikern fehlt in solchen Fällen eben die Musik. Bei richtig großen Bands ist es was anderes. Nehmen wir mal AC/DC, Judas Priest. Da gab nur sehr vereinzelt Solo-Projekte, zum Beispiel Tipton´s Alleingang, was aber auch bei einer Platte blieb. Hier sind auch die Fans so stark bei der Sache, dass Nebenprojekte nicht nötig sind. Und in Größenordnung dieser Bands kann man zudem auch von einer Combo allein leben.“

„The Calling“

Der Grund fürs neue Band-Projekt

Hank´s Beweggrund zu Force Of Evil war schlicht und ergreifend der Wunsch, etwa Neues zu machen, als sich Mercyful Fate-Sänger King Diamond wieder daran machte, sich auf King Diamond zu konzentrieren und Hank und seine Kollegen damit erstmal etwas Beschäftigungspause hatten.

„Mir war nach 80er-Metal und so habe ich die anderen kontaktet, wir suchten einen Sänger und dann …. Hatten wir erstmal zu wenig Zeit, wirklich was auf die Beine zu stellen“, lacht der Gitarrist. „Losgelassen hat mich die Idee aber nicht, wir waren hungrig, was zu machen und so hatte ich mich mit Michael Denner, dem anderen Klampfer von Mercyful Fate, in Verbindung gesetzt. Wir spielten seit Mercyful Fate nach Jahren mal wieder zusammen, unser Songwriting hat das nicht groß geändert, auch wenn es eine andere Band ist.“

Im a big big girl…

Etwas hatte sich aber doch geändert: Zählten früher noch Yngwie Malmsteen, Uli Jon Roth oder Judas Priest in dieser Richtung zu Hank´s Haupteinflüssen, so „bin ich heute nur ich selbst in meiner kleinen Welt.“ I´m a big, big girl in a big, big world, hehe….. “Der technische Spielstandard ist sehr hoch geworden in Vergleich zu den ´80ern, was man aber immer noch braucht, ist ein guter, markanter Sänger mit Persönlichkeit. Einen eigenen Stil. Es sind viele gute Bands unterwegs – eine Menge davon klingt leider nur gleich.

Es sind viele gute Bands unterwegs – eine Menge davon klingt leider nur gleich

Die Möglichkeit der digitalen Aufnahme unterstützt diese Ähnlichkeit noch, denn nun haben auch alle noch denselben Sound. Dieses ganzen Krempels bin ich wirklich überdrüssig. Keine Dramatik, keine Atmosphäre… platsch. Genau diese Punkte wollten wir in unserem Sound haben, auch den sogenannten human factor.“ Und während sich alle Bands emsig daran machen, das eine oder andere Festival zu ergattern, konzentrierten sich Force Of Evil erstmal auf Release-Parties. „Jede Band will auf den Festivals spielen, ich würde lügen, würde ich sagen, wir nicht. Aber wir mussten erstmal abwarten, was weiter mit dem Album geschehen würde um dann zu sehen, welche Möglichkeiten wir hätten.“

„Back To Hell“

Es sollte direkt im anschließenden März eine DVD folgen und dann auch schon die zweite CD von Force Of Evil. „Ich halte nicht viel davon, eineinhalb Jahre Pause zu machen. Wir sind ein sehr kreativer Haufen und so sind die neuen Songs auch schon alle komplett eingetütet. Außerdem wollen wir in guter Songwriter-Laune bleiben und nicht einrosten.“

Allerdings gleich nach dem Debut eine DVD zu veröffentlichen, ist nicht gerade eine sehr übliche Vorgehensweise. „Ich weiß, aber ich finde die Idee gut, eben weil es ungewöhnlich ist. Es schafft mehr Aufmerksamkeit für eine Newcomer-Band, wenn sie nicht nur nach Schema F mit Releases um sich wirft.“ Und so rücken Hank und Co halt gleich im ersten Jahr ihres Bestehens mit einem hammerartigen Debut und einer Live-DVD an – zwei Produkte in petto zu haben, ist sicher auch nicht das Verkehrteste. Vor allem, wenn´s, wie in diesem Fall, eine Menge taugt.

Michael Denner und Hank Shermann begeistern die Metal-Massen mittlerweile mit ihrem Baby Denner/Shermann und ihrer ersten EP Satan´s Tomb, die 2015 gerade erste noch erschienen ist.

Alben:

  • Force of Evil
  • Video: Evil Comes Alive
  • Black Empire

Line-up:

Hal Patino: Bass
Bjarne T. Holm: Drums
Michael Denner: Guitars
Hank Shermann: Guitars
Martin Steene: Vocals


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