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Veröffentlicht am 10.03.2016 von nemesis

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Interview Blacksmith

Epic Metal par excellence

Nach einigen Jahren der Abstinenz meldeten sich die Schweden mit einem superben Stück epischen Metals wieder zurück. Doch ganz untätig war die Band zwischen der „Auslösung“ und der Reunion auch nicht. Gitarrist Bobby (Robert) Holmberg hat in dieser Zeit einiges an Songmaterial zusammengesammelt.

Mischung aus Blues, Rock & Klassik

„Ich habe weit über 100 Stücke geschrieben. Wir wollten diese nicht ausschlachten, als wir Blacksmith wieder an den Start brachten, da die Fans wirklich frisches Material bekommen sollten. Ich denke nicht, dass alle Songs aus dieser Auszeit unter den Tisch fallen werden, aber einige werden wohl nie erscheinen.“ Nebenbei haben die Jungs auch noch ein anderes Projekt. „Es ist eine Mischung aus Blues, Classic Rock und insgesamt um kommerzieller als Blacksmith. Es hat gar nichts mit Metal zu tun. Das machen wir aber mehr zum Spaß. Sowohl diese Sache als auch Blacksmith bringen uns totalen Fun.

Aber Metal eignet sich besser für Live-Sachen. Unser Sound killt und unser Sänger ist der Wahnsinn, er bringt dieses ganze Rob Halford (Ex-Judas Priest) – Zeug in seinem Gesang und es ist einfach klasse.“ Trotz des schrägen Humors von Bobby, auf den wir später noch ein bisschen kommen werden, klingt er ein wenig müde: „Wir werden bei zwei TV-Shows spielen, was eine super Gelegenheit für uns ist. Dafür muss viel arrangiert werden und es schlaucht schon recht. Außerdem schreiben wir neue Songs. Eigentlich schreibe ich Tag und Nacht. Ich bastle gern an Songs herum.

Will nicht nach Bee Gees klingen

Am Schluss ist allerdings immer wieder deprimierend, wenn man Stunden um Stunden an einen Song herum gefeilt hat und feststellen muss, dass er voll nach den BeeGees klingt.“ Und noch was zu Bobby´s musikalischen Ausflügen ins Ungewollte: „Ich habe mal in einem Musikladen gearbeitet und mir mal eine Violine gekauft. Ich habe mir vorgenommen, mich an einem Freitag-Abend hinzusetzen und das Teil spielen zu lernen. Man denkt ja, es sei kein großer Unterschied zwischen diesem Instrument und Gitarre. Ich habe mir also auf der Couch das Teil geschnappt, das entsprechende Buch dazu und drauflosgequietscht. Meine Katze ist sofort abgehauen.

Ich habe mal in einem Musikladen gearbeitet und mir mal eine Violine gekauft

Bessere Basis

Ich war so dermaßen angepisst, dass ich gar nichts mehr mit dem Teil machen wollte. Ich denke auch, dass ich einigermaßen Drums spielen kann, aber ich bekomme immer Geld, damit ich es nicht tue.“ So verhalten sich also bockige Musiker. Bezüglich der ersten Alben der Band ist Bobby zwar auch nicht begeistert, aber die Reaktion fällt doch ein wenig anders aus. „Damals lief mit dem Vertrieb einiges schief und gerade in Japan entstanden eine Menge Bootlegs. Speziell unsere Platte Gipsy Queen wird immens hoch gehandelt und wenn alles funktioniert, wollen wir die Fehler von damals wieder ausmerzen und auch die alten Alben noch einmal herausbringen. Dieses Mal hatten wir keine Eile, unser Vertrag mit Massacre ist für mehr Alben aufgelegt und uns ist es wichtig, eine vernünftige Fan-Basis aufzubauen.“ Aufbauen würde der Haufen auch gerne eine TV-Show.

„Ja, ganz im Stile von Monty Python. Ich finde Fußball zum Beispiel total doof, da braucht man echt 22 Mann um einen einzigen Ball zu fangen. Aber Fußball kombiniert mit Boxen wäre schon wieder interessanter. Ich weiß, wir haben einen ziemlich bösen Humor und wenn Leute bei unseren Proben oder so dabei sind, lachen sie sich immer den Arsch ab. Wie hat Clint Eastwood mal gesagt: ‚Meinungen sind wie Arschlöcher: Jeder hat eins.‘ Ups, sorry wegen meiner Ausdrucksweise.“

Ich lebe für Musik und irgendwie bleibt mir nicht viel Zeit, mich auch noch mit anderen Bands zu beschäftigen

Sprachchaos

Klar, weil Bobby das jetzt auch peinlich war. Zeit zum Blödeln hat der Gute, nur ist es bei diesem Interview ein bisschen konfus, die Witze an den anderen zu bringen. Schwedisch und Deutsch: Einigt man sich also auf Englisch. Und nun bringt mal deutsche oder gar bayerische oder schwedische Wortspiele und Jokes auf Englisch so rüber, dass sie gleich zünden. Spaßige Angelegenheit, die die Dauer der Interviews um ungefähr eine dreiviertel Stunde verlängert. Apropos Zeit: Davon hat Bobby wenig, um sich mal über neue Bands zu informieren. „Ich lebe für Musik und irgendwie bleibt mir nicht viel Zeit, mich auch noch mit anderen Bands zu beschäftigen.

Ich mag von den neuen Bands In Flames und Meshuggah. Ein Kumpel von mir spielt bei Meshuggah, und durch ihn erfahre ich auch einige Sachen. Ich finde, man sollte in der Szene zusammenhalten und –arbeiten, sich gegenseitig mal einen Fall tun und sich auch untereinander informieren. Und was Chartmusik betrifft, höre ich das fast überall zwangsläufig und darum versuche ich, diesem Kram bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus dem Weg zu gehen. Leute wie Britney Spears können doch nicht einmal eigene Songs schreiben. Ihr Songwriter wohnt 500 Meter von uns entfernt. Die meisten sind doch One-Night-Wonders.“

Ist doch `ne vernünftige Einstellung. Wobei, für den Fall, dass wir es nicht mit Aus-dem-Weg-gehen versuchen, sondern mit Schock-Therapie: Kann uns eigentlich überhaupt noch was schocken?

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