Interviews

Veröffentlicht am 25.03.2016 von nemesis

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Interview Brainstorm über Ambiguity

Zweideutigkeit im Detail – der Durchstart

Das Album Ambiguity sollte so etwas wie den Durchbruch in der Metal-Szene für Brainstorm bedeuten. Wie es dazu kam und die richtigen Wege geebnet wurden.

Mit Andy B. Franck von Symphorce als neuen Sänger veröffentlichten Brainstorm ihren Streich namens Ambiguity (Zweideutigkeit). Nachdem man ja die hauptsächlichen Fragen der Kollegen verfolgte, konnte man sich an einer Klorolle ausmalen, mit welchen Fragen den Schwaben damals Löcher in den Bauch gepoppelt werden.

‚Bleibt Andy trotzdem bei Symphorce‘ (tat er), ‚ist er festes Mitglied bei Brainstorm oder nur vorübergehend‘ (nah, eigentlich schon fest)… unsere erste Frage: Warum bitte schaut denn jeder von Brainstorm auf den Fotos im CD-Booklet so finster drein. Noch nie was von ‚bitte lächeln‘ gehört oder muss man als Metaller so `ne Miene ziehen?

Wenn´s denn sein muss

„Echt, haben wir da so böse geschaut? Ist mir gar nicht aufgefallen“, sah sich Axeman Thorsten Ihlenfeld nun mit einer doch superernst gemeinten Frage konfrontiert. „Vielleicht guckten wir so, weil wir es alle unwahrscheinlich liebten, Fotos zu machen, lach. Weil eigentlich sind wir schon ganz nett.“ Glauben wir ja. Aber kommen wir doch mal zu eingangs erwähnten Fragen. Es ist schon interessant mal zu erfahren, wie sehr solche Fragen nerven können – auch wenn jeder Schreiberling doch eigentlich in bester Absicht handelt.

„Naja, was soll man sagen. Es gibt eben Dinge, die die Leute wissen wollen und da eben nicht jeder jedes Magazin liest, fragen eben mehr Schreiberlinge dasselbe. Das gehört dazu.“ Vergliech man Ambiguity mit dem Vorgänger Unholy fiel vor allem auf, dass das Material nicht mehr so hauruckmäßig aus den Boxen tropfte. „Das hatte sich wohl so entwickelt, da wir lange Zeit ohne Sänger gearbeitet hatten. In dieser Zeit mussten wir keine Rücksicht nehmen, was irgendwer singen oder nicht singen kann und haben die Songs dementsprechend geschrieben.

Häusle baue

Als Andy dann dazu kam, hatte er den Salat. Marcus Jürgens, unser vorheriger Sänger, hatte keinen Bock mehr, harte Musik zu machen und Henne Basse, der danach zu uns kam, erhielt dann damals das Angebot, bei Metalium zu spielen. Zudem war die Entfernung zwischen Hamburg, Hennes Heimat, und Ulm ziemlich groß.“ Bei anderen Bands klappt es trotz noch größerer Entfernung, aber schließlich muss jeder selbst wissen, was er tut. „Vielleicht lag´s auch einfach daran, dass wir hier unseren ganz eigenen Humor haben…!“ Interessante Theorie. „Und eigentlich geht´s ja um Häusle baue`.“

Ja, genau. Etwa in diesem Zustand dürften sich Brainstorm auch befunden haben, als sie eine Metal-Version von „Whooly Bully“ für Unholy aufgenommen haben. „Oioi, da waren wir sicher nicht mehr nüchtern“, räumtE Thorsten ein. „Aber einen Metal-Song zu covern, ist ja eigentlich auch Blödsinn, denn großartig verändern kann man eh nichts, da die Originale zumeist eh schon ziemlich gut sind. Das einzige, was man anders bzw. besser gestalten kann, ist der Sound.“

Eine Frage der Auffassungsgabe

So einmal zu den Texten der Scheibe. So deutlich auch der Titel Ambiguity die Marschrichtung macht, so dezent sind die Anspielungen in den Texten gehalten. Genau lesen und Hirn einschalten, war also Pflicht. „Andy hatte sich bei den Texten ewig viel Mühe gegeben. Manche werden die Zweideutigkeit in den Formulierungen vielleicht nicht erkennen, da sie wirklich sehr im Detail liegen.“ Andere erkennen ganz was anderes nicht, nämlich: „Metal-Fans sind intelligent und auch als solches bekannt.“

Heavies sind zwar nicht unbedingt dümmer als anderes Fußvolk, werden aber doch ganz gern einfach als Krach gesteuerte Doofies angesehen „Intelligenz ist nicht nur das Denkvermögen einer Person. Hier spielen auch Gefühle und Eindrücke eine Rolle und für diese kann man sich sensibler machen, z.B. durch Musik. Ich finde es traurig, wenn ich mir ansehe, wie schwer es etwa Progressive-Bands in der heutigen Zeit haben. Das ist sehr intelligent gemachte und niveauvolle Musik, aber wer beschäftigt sich schon noch damit. Manche bekommen ja bei dem Wort ‚Progressive‘ schon Kopfweh, weil einfach in Schubladen gedacht wird. In dieser Hinsicht sind Metal-Fans genauso, allerdings im Vergleich zu vielen Anhängern anderer Musikbereiche nicht gar so verbohrt.“

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