Interviews

Veröffentlicht am 17.03.2016 von nemesis

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Interview Narnia

Recht erkältet meldet sich Narnia-Sänger Christian Liljegren pünktlich zum Interview. „Das Sprechen fällt mir schwerer als zu singen.“ Die Interviews will sich der Schwede aber dennoch nicht nehmen lassen, ist er doch gerade aufgrund einiger, sehr erfolgreiche Shows in den letzten Wochen total happy. „Diesmal finden sich bei unseren Songs mehr Einflüsse aus den `70er Jahren. Mehr Gitarren, weniger Keyboards ist die Devise“, erzählte Christian ein wenig zur Scheibe Desert Land.

„Wir wollten mehr Live-Feeling in unserem Material haben, was sich auch sehr natürlich entwickelt hat.“ War bei den vorhergehenden Platten, The Awakening und Long Live The King, der neo-klassische Anteil noch recht dominant, finden sich auf dem aktuellen Output zwar nach wie vor einige Elemente dieser Richtung, allerdings nicht mehr so prägend. „Bei einem Song kommt es darauf an, das Beste zu tun, damit er gut klingt. Das technische Gefrickel oder beeindruckende Gesangsausflüge dürfen nicht im Mittelpunkt stehen, wenn sie einem Stück nicht dienlich sind.“

Hang zum Alten

Neben Klassikern wie Deep Purple und Dio haben es dem Sänger vor allem Kamelot, Royal Hunt und Silent Force angetan. „Wobei ich mehr an den alten Sachen hänge. Ich bevorzuge Sänger mit eigener Persönlichkeit, wenn ich selbst Musik höre. Das fehlt leider einigen Bands heutzutage. In den ´70ern gab es mehr in dieser Richtung. Die Helden sind ein wenig rar geworden. Eine Menge Musiker sind mittlerweile auf Technik fixiert und funktionieren wie Roboter.

„Rain“

Das Emotionale bleibt dabei leider manchmal auf der Strecke. Es mag viele neue Bands geben, aber leider auch viele schlechte Release. Da bleib` ich lieber bei den alten Platten“, schmunzelt Christian. „Was Narnia betrifft, möchten wir Qualität und Emotionen unter einen Hut bringen.“ Narnia sind eine der relativ wenigen bekennenden Christen-Bands im Metal-Genre. Bei Combos wie Stryper gab es schon mal viele Gesichter, die die Band belächelten, wobei es angesichts der manchmal übertriebenden Aktionen auch verständlich ist.

Glaube als Anker

„Für mich ist mein Glaube eine natürliche Sache, wir hatten auch noch keine Probleme diesbezüglich. Das Wichtigste ist, sich gegenseitig zu respektieren. Wenn jemand ein Problem damit hat, dass wir Christen sind, hat derjenige das Problem, nicht wir. Unser Glaube wird sich immer auf unsere Texte auswirken. Die Lyrics kommen von Herzen. Tut mir leid, aber da mache ich keine Kompromisse.“ Verlangt ja auch niemand. Wer im Glauben etwas gefunden hat, das ihm durch das Lebenschaos hilft und Kraft gibt, freut sich über jeden Kommentar in dieser Richtung und beschäftigt sich mit solchen Texten umso lieber. Gibt einem einfach das Gefühl, mit seiner Meinung und Einstellung nicht allein zu sein. „Desert Land beruht in erster Linie auf meinen eigenen Erfahrungen.

Wer im Glauben etwas gefunden hat, das ihm durch das Lebenschaos hilft und Kraft gibt, freut sich über jeden Kommentar

Ich bekommen eine Menge e-Mails von Leuten, die unsere Texte berühren, und das freut mich natürlich ungemein. Ich möchte den Leuten etwas Besonderes geben. Sicher sind wir von anderen Bands beeinflusst, aber wir wollen um die Band Narnia eine Atmosphäre kreieren.“ Immer mehr Menschen stehen allerdings dem christlichen Glauben sehr skeptisch gegenüber. Christian erklärt, worin seiner Meinung nach der Grund hierfür bestehen kann: „Ich denke, dass viele Menschen von sogenannten Christen, oder solchen, die sich selbst so bezeichneten, schlecht behandelt wurden. Für mich ist mein Glaube Halt im Leben. Viele Menschen sind vom Glauben auch enttäuscht, ohne es jemals richtig ausprobiert zu haben.

Niemand hat gesagt, das Leben sei leicht

Jeder hat einen freien Willen und man darf Gott nicht dafür verantwortlich machen, wenn Menschen Scheiße bauen. Man muss selbst für das einstehen, was man tut. In dieser Hinsicht haben manche einen falschen Blickwinkel. Als Mensch hat man viele Hoffnungen, ich auch. Aber wer weiß, ob das, was man will, auch Gottes Wille bzw. das Richtige für einen ist. Man betet kreuz und quer für dieses und jenes in der Gegend rum, ohne meist überhaupt zu wissen, was es einem bringen soll oder ob es gut für einen ist. Niemand hat versprochen, dass das Leben leicht ist.

„Armageddon“

Aber Glaube macht es erträglicher.“ Ist man allerdings in der Situation, dass man nicht weiß, was das Richtige für einen ist und sich Rat wünschen würde, kann man wohl lange darauf warten, bis einem eine große, weißhaarige Gestalt erscheint, einen an der Hand nimmt und erzählt, was die richtige Entscheidung oder richtige Weg im Leben ist. „Ich kann nur für mich selbst reden. Für mich ist es, als würde ich eine innere Stimme hören. Manche mögen es Unterbewusstsein nennen.

Ich kann nur für mich selbst reden. Für mich ist es, als würde ich eine innere Stimme hören

Diese innere Stimme hat mich auch dazu gebracht, den Leuten in der Rockszene etwas zu erzählen, zu erklären. Seien wir doch mal ehrlich: Man sucht nach Gott, aber wenn man diese innere Stimme oder eine gewisse Ahnung verspürt und einem das dann nicht in den Kram passt, will man es doch gar nicht hören.“ Wie manche von euch vielleicht schon mitbekommen haben, beruht der Name Narnia auf den gleichnamigen Büchern. „Diese Bücher zu lesen ist wie Tolkkien zu verschlingen. Es handelt vom Kampf Gut gegen Böse. Der Löwe, den wir auch auf unseren Covers verwenden, steht für Jesus.“ Nun suchen sich gerade viele Black Metal-Bands ihre Pseudonyme aus den Namen in den Tolkkien-Büchern (u.a. ‘Herr der Ringe), obwohl der Schreiber selbst Christ war. Oder vielmehr: Durch das Schreiben seiner Bücher und seinen Kumpel wurde, wie Christian aufklärt:

Zwei tolle Heavy-Bands

„Beim Autor von Narnia, der auch mit Tolkkien sehr gut befreundet war, verlief es so. Durch die Arbeit, die er leistete, wurde er gläubig. Durch ihn wurde Tolkkien mehr mit dieser Materie konfrontiert. Bevor er zum Beispiel ‘Herr der Ringe’ schrieb, war Tolkkien kein Christ, er wurde es durch seinen Freund und seine eigenen Bücher.“ Neben Narnia sollte Christian noch eine neue Band am Start haben: Wisdom Call. „Ich habe ein harte Zeit hinter mit, daher auch der Titel Desert Land. Nun bin ich, auch mit Hilfe meines Glaubens, da wieder raus und total happy. Vieles in meinem Leben verläuft sehr positiv – auch die Tatsache, dass ich zwei sehr tolle Bands habe.“

Und Fans können sich nach diesem Portrait der Band auf einen Neustart freuen, haben sich Narnia doch 2014 für neue Schlachten zusammengefunden.

Line-up:

Gesang – Christian Liljegren
Gitarre, Keyboard – Carl Johan Grimmark
Bass – Andreas Passmark
Schlagzeug – Andreas Johansson

Alben:

Awakening
Long Live The King
Desert Land
The Great Fall
At Short Notice… Live in Germany (DVD)
Enter The Gate
At Short Notice… Live in Germany (CD)
Decade of Confession („Best of“ Doppel-Album)

Aktuellste Platte:

Course of a Generation

photocredit: https://www.facebook.com/narniatheband/photos/pb.730112153673931.-2207520000.1458221534./730113523673794/?type=3&theater

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