Interviews

Veröffentlicht am 11.04.2016 von nemesis

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Interview Squealer

Ein Portrait zu Henners Zeiten

Mit The Prophecy brachten die Edguy-Labelkollegen Squealer eine sehr komplexe und stilverflechtende Platte heraus. Von Thrash-Anleihen über Power Metal-lastige Songs bis zu düsteren Gothic-Klängen konnte man das ganze Repertoire auf diesem Silberling finden. Und für die darauf folgende Scheibe Made For Eternity versprach Gitarrist Michael Schiel eine weitere Verfeinerung dieser Schiene. Es sollte die vorletzte Platte mit Band-Mitbegründer Andy „Henner“ Allersdörfer werden.

Der Anfang 2005 bei einem Autounfall verstorbene Fronter war zugleich auch der Gründer des Labels AFM – ein großes Erbe, das der Metal-Szene viel Gutes eingebracht hat. Ein Blick zurück auf die Zeit, in der dieser Ausnahmesänger noch mit an Bord sein konnte.

Und wieder einmal: Mike Terrana

Zum Zeitpunkt dieses Gesprächs befand sich die Band mitten in den Aufnahmen zu Made For Eternity und da man ein wenig neugierig im Vorfeld war… Jedenfalls gab es von Michael einige interessante Dinge zu berichten. Zum Beispiel hatten Squealer wieder mal einen neuen Felldrescher in ihren Reihen, dessen Name da wäre: Mike Terrana. Nicht, dass man es langsam lästig fände, dass der Trommler überall seine Drumsticks wirbelt, aber gibt es denn keine anderen Schlagzeuger mehr?

„The Final Daylight“

„Eigentlich schon. Wir hatten ja auch einen Drummer“, lachte der Gitarrist. „Nur leider hatte sich herauskristallisiert, dass es bei ihm einfach zeitlich mit Squealer nicht funktionierte. Ansonsten hätte alles gepasst: Er ist ein guter Drummer, musikalisch gab es auch keine Schwierigkeiten und ebenso hat auch die persönliche Schiene gepasst. Es lag wirklich nur an der Zeit.“ Was mancher sicher schon weiß, bestätigt sich nun: Manches Open Air kann einem ungeahnte Möglichkeiten eröffne, so im Falle von Squealer, die ihre ersten Kontakte zu Mike Terrana beim Wack Open Air ins Rollen brachten – nur hätte wohl damals noch niemand mit einer Zusammenarbeit gerechnet. Erst als es terminlich knapp wurde und das Studio rief, nahm diese Sache konkretere Formen an.

Der Tausendsassa in den Reihen

„Mike hatte nicht nur die Drumparts für die neue Platte eingespielt, er wird auch bei den Live-Gigs mit uns spielen. Wir hoffen natürlich, dass diese Zusammenarbeit länger bestehen bleibt, zumal Mike unser Material gut gefällt und man auch sehr gut mit ihm arbeiten kann. Er ist sehr professionell. Er benötigte zum Beispiel für seine Aufnahmen zur neuen Scheibe auch statt der geplanten drei nur zwei Tage.“

„Enjoy The Silence“

Professionalität sollte man eigentlich auch von jemanden, der Tag und Nacht rumtrommelt, erwarten können. Man denke nur an Mike´s Tätigkeiten damals bei Rage, zu Beginn bei Metalium, Axel Rudi Pell,…. eigentlich würde es wirklich nur noch fehlen, dass der Gute auch bei Running Wild den Ex-Posten von Jörg Michael ersetzen würde. Das ist Terrana bis heute schuldig geblieben, aber dafür dürfte der Extrem-Drummer wohl kaum etwas ausgelassen haben. Laut Michael wäre das nicht mal das Problem, läge der Proberaum von Squealer doch direkt neben Rock´n Rolf und Co.! Allerdings drängt sich eine Frage geradezu auf: Kontakte beim WOA knüpfen, aber selber nicht spielen.

„Soweit ich weiß, hätten wir sogar spielen können. Doch für uns ging einfach die Arbeit für den neuen Output vor.“ Klingt eigentlich logisch, lagen doch zwischen The Prophecy und der Vorgängerplatte immerhin drei Jahre… und so soll das dann auf Dauer doch nicht sein. Man käme als Band zu schnell wieder aus dem Gespräch, so die Meinung des Gitarristen. Aus diesem Grund hatten sich Squealer bereits kurz nach The Prophecy einen definitiven Zeitplan gesetzt, wann das neue Scheiberl herauskommen soll, wann aufgenommen wird und so weiter.

„Painful Lust“

Marionetten on the road

Und zumal man ja auch das Schlagzeugproblem in letzter Minute noch regeln konnte, scheint das Vorhaben, das nächste zynische Album auf die Menschheit loszulassen, zu gelingen.

„Textlich drehen sich die Songs, wie auch bereits auf der letzten Platte, um verschiedene Sichtweisen zu einem Thema. Diesmal ließ sich Henner, unser Sänger, darüber aus, dass die meisten Leute nur noch Marionetten sind und das tun und lassen, was man ihnen unterschwellig einredet oder ihnen aufs Auge drückt. Die meisten Leute nehmen eben einfach alles hin und hinterfragen nichts mehr. Von eigener Meinung kann schon gar nicht die Rede sein. Wir setzen das ganze zynisch um und natürlich hoffen wir auch, dass uns diese Platte, genauso wie die letzte, die überraschend gut lief, weiter bringt.“

Tja, dann warten wir mal gespannt… und wie angekündigt, sollte es auf der Scheibe wieder eine Depeche Mode-Covernummer geben… das ihr hier bekommt:

„People Are People“

Damaliges Line-up:

Andy “Henner” Allendörfer (voc)
Michael Schiel (guit)
Lars Döring (guit)
Tobias Exxel (bass)
Mike Teranna (drums)

Jetziges Line-up:

Gesang: Sebastian Werner
Gitarre: Lars Döring
Gitarre: Michael Schiel
Bass: Manuel Roth
Schlagzeug: Matthias Karle

Discographie:

Demos:

Ready To Fight
One Beer Too Much

Studioalben:

  • Make Your Day
  • Wrong Time, Wrong Place?
  • The Prophecy
  • Made For Eternity
  • Under The Cross
  • Confrontation Street
  • The Circle Shuts

Singles und Eps:

  • Human Traces
  • In Zaire
  • The Coursing

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