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Veröffentlicht am 08.07.2015 von nemesis

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Metalium – nomen est omen

Nachdem die deutschen Power Metaller vor kurzem mit einer Live-Scheibe und dazugehöriger DVD bzw. Video die Läden unsicher machten, gibt es seit kurzem auch wieder komplette frisches Material aus dem Hause Metalium. Und das hat sich gewaschen. Gitarrist Matthias Lange beginnt das Interview erst mal mit ein wenig Zynismus: „Manchmal habe ich mir auch gewünscht, nicht von Anfang an in der Band, sondern ein Neuzugang zu sein.“

Der Gitarrist spielt damit auf das presse-technische Tamtam an, daß jedesmal bei den Interviews abging, wenn sich bei Metalium das Besetzungskarussel drehte und Leute wie Savatage´s Chris Caffery und Jack Frost (Seven Witches) in die Band kamen oder sie wieder verließen.

Das liebe Bandkarussell

„Nachdem Jack gegangen ist, haben wir uns keinen zweiten Klampfer mehr in die Band geholt. Die ursprünglichen Mitglieder von Metalium waren zwar irgendwie schon in der Szene bekannt, mehr als ein paar Demos kam aber eigentlich nie bei der Sache raus. Als manche sagten, Jack Frost würde Chris ersetzen… na ja. Jack ist ein toller Power-Gitarrist, hat aber nicht das gleiche Kaliber wie ein Chris Caffery. Und ich kann auch nix dafür, wenn Leute Metalium verlassen. Mit Jack habe ich heute auch noch Kontakt. Unser ehemaliger Drummer hatte die Chance zu Helloween zu gehen und hat es auch getan, was ich verstehe. Es ist gut für ihn.

Jeder stellt immer wieder die Frage, warum sich bei uns das Besetzungskarussell so schnell dreht. Ich habe keine Ahnung. Wir sind nicht wie die fünf Freunde, die gemeinsam in der Garage spielen. Sicher wurde Metalium auf die Schnelle konstruiert, aber es ist wahrlich kein Projekt. Wir sind zu einem harten Kern zusammengewachsen.

Zwischen uns und den Musikern, die nicht mehr dabei sind, herrscht immer noch freundschaftlicher Kontakt. Wie bereits erwähnt, Jack und ich schreiben uns und unser Ex-Drummer, Markus, wird morgen hier einfallen und wir gehen gemeinsam zur Musikmesse. Freundschaften gehen auch schon mal über eine Band hinaus, sind aber auch in einer Combo nicht zwingend.“

„Die Magazine brauchen eben ihren Tratsch“

Richtig dümmlich ist es allerdings, wenn sich Musiker dann doch mal in den Haaren haben und die Presse das in bester Bild-Manier ausschlachten. „Die Mags sind wichtig, auch wenn vieles über Anzeigen und dergleichen läuft. Es ist nicht so wie in anderen Musikrichtungen, aus denen Songs im Radio laufen und eine einzelne Kritik in einem Heft nicht soo wichtig ist. Im Endeffekt kann keiner ohne den anderen.

Die Hefte brauchen den Trasch, um ihre Seiten voll zu bekommen, und die Künstler brauchen die Magazine, um sich zu promoten. Allerdings sollte man es doch objektiv sehen und ein Album nicht danach bewerten, ob man einen Musiker mag oder nicht. Klar, für einen Bericht ist es natürlich spannender, wenn sich zwei auf der Bühne in die Fresse hauen, weil der eine dem anderem die Freundin ausgespannt hat. Ich kann verstehen, daß über solche Dinge geschrieben wird. Man kann nicht über die besagten ‚fünf Freunde, die sich immer verstehen’ am laufenden Band schreiben. Schon gar nicht bei der Menge an Veröffentlichungen.“

Für „Hero Nation“ nur das Beste

Mit der neuen Platte, „Hero Nation“ haben Metalium nach Matthias` Meinung auch bewiesen, daß sie nicht auf ausländische Musiker angewiesen sind. „Wir sind und waren schon immer der kreative Kern der Band. Unser neuer Schlagzeuger, Michael Ehre, ist nur eine guter Drummer, er ist ebenfalls ein klasse Songwriter. Auch auf der Rhytmusgitarre ist er fit. Er hat die Sachen auch gleich selbst eingespielt. In Metalium steckt sehr viel kreatives Potential.

Wir hatten 3 Songs fertig und konnten uns für „Hero Nation“ die besten herauspicken. Früher haben wir solange an den Songs herumgebastelt, bis sie so waren, wie wir sie für die jeweilige Platte haben wollten, sie unseren Ansprüchen entsprachen. Es war schon auch unser Ziel, zu beweisen, daß wir niemand anderes brauchen. Es ist sicher nicht egal, wer in einer Band mitspielt. Chris` Input klang immer ein wenig nach Savatage und wir mußten manche seiner Ideen auch für Metalium passend machen, damit das Material aus einem Guß klang. Uns selbst mußten wir nicht beweisen, daß wir es auch so können, eher den Magazinen.“

„Metal ist immer ein Riff“

Und gerade die Mags bescheinigen Metalium einen gewaltigen Fortschritt. „Wir arbeiten einfach, wie wir arbeiten. Jeder hat seinen Stil, einen Song anzugehen. Manche nehmen sich erst die Texte vor, wieder andere erst die Musik… manchmal hatten wir auch eine Art Dreiteiler, den wir noch zusammensetzen mußten, die Arrangements ausarbeiteten. Wir wollten diesmal nicht mehr derart lange Zwischenteile in den Songs wie es auf der Vorgängerplatte „State Of Triumph“ der Fall war.

Das Material sollte wieder mehr wie die erste Langrille klingen. Insofern kann man eine gewisse Veränderung schon erkennen. Für mich ist Metal harte Stromgitarrenmusik. Metal ist immer ein Riff – das ist meine Meinung die Definition. Schau dir nur Led Zeppelin oder Black Sabbath an: Sie haben ihre Songs stets durch ein immer wiederkehrendes Riff definiert.“

Auf derart kurze Zeit aber auch eine solche Fanschar zusammenzubekommen, wie es Metalium geschafft haben, ist nicht unbedingt an der Tagesordnung. „Wir haben das Demo einer spanischen Newcomer-Band bekommen, auf der ein Cover von einem unserer Songs zu finden war. Das ehrt einen schon gewaltig.“ Den zweiten Teil des Interviews bekommt Ihr nächsten Monat.

photocredit: http://www.metalium.de/Metalium_Official/Start.html

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