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Veröffentlicht am 13.04.2016 von nemesis

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Onward

Der Fünfte singt – Onward über ihr Debut

Onward hätte eine große Zukunft in der Metal-Szene bevorstehen können und nach einer Pause zwischendurch wollte sich die Band auch wieder zusammentun. Allerdings wurde dies durch den Tod von Frontmann Michael Grant jäh verworfen. Dennoch erschien 2014 das eigentlich vierte Album der Band, New Fathoms Down, posthum. Schauen wir also einmal zurück auf eine der großen Hoffnungen des Metals – wenn es denn hätte sein sollen. Und wie sollte es anders sein. Es war gerade Michael Grant, der sich zu jener Platte äußerte.

„Onward“

Die USA haben doch ab und an auch positive Überraschungen zu bieten. Sieht man mal den übertriebenen Verlauf der Grunge- und Crossover-Szene als weniger erquickend, kommen mit Bands wie etwa Cage, Jacob´s Dream und nun Onward immer wieder neue Perlchen aus dem Land der unfähigen Wähler. Doch ab und an kann man wirklich einen dicken Tipp geben und der lautete. Die Plattenläden stürmen und sich das Debut Evermoving von Onward zu besorgen.

Interview mal verkehrt

Sofern man auf griffigen, traditionellen und doch persönlichkeitsstarken Heavy Metal stand. Mit Michael Grant hatten die Jungs zudem einen mehr als adäquaten Sänger in ihren Reihen, der die Sache mit den Interviews noch nicht so ganz verstanden zu haben. Als erstes fragt der Gute nämlich mir Löcher in den Bauch. Gibt es da und da viele Fanzines, wie sieht die Szene überhaupt aus, gibt es eher wenig oder mehr brauchbare Clubs? Nachdem das geklärt ist, wirft er mit „die Szene in L.A. is` cool“ einen Brocken in den Telefonhörer, den man einfach nur so schlucken kann. Bei Newcomer-Bands gibt es immer zwei Möglichkeiten. Entweder die Presse ist neugierig und die Band kommt so zu einem einigermaßen angemessenen Bekanntheitsgrad oder die Sache kackt einfach ab oder geht unter.

„Night“

„Bisher mögen alle, die sich dazu geäußert haben, unsere Scheibe. Es kamen viele Vergleiche mit Malmsteen, Iron Maiden etc. Manche meinten auch, die Vocals würden wie eine US-Version von Bruce Dickinson klingen.“ Ah ja. Aber um nochmal auf den Kommentar bezüglich Los Angeles zurückzukommen. „Power Metal kommt in den USA momentan wieder recht stark zurück. Die Leute haben eine Menge Bands aus Europa in dieser Stilrichtung kenngelernt und langsam ziehen die Amis nach. Es entstehen in dieser Richtung immer mehr Bands.“ Wobei man sagen muss, dass es die meisten amerikanischen Bands immer verstanden haben, sich bei allen potentiellen Vergleichen eine eigene Nische zu schaffen.

Bisher mögen alle, die sich dazu geäußert haben, unsere Scheibe

Als Sänger nicht immer nach oben abdriften

„Sagen wir mal so: Vergleiche mit anderen Combos sind okay, sie sind eine Möglichkeit, dem Leser und Hörer eine neue Band näherzubringen. Was meinen eigenen Gesang betrifft, möchte ich nicht in diese Superhoch-Ecke fallen. In meinen Augen gibt es viel zu wenig Sänger, die den etwas tieferen Bariton-Bereich auch in der Lage sind abzudecken. Geoff Tate (Ex-Queensryche), Bobby Blitz Elsworth (Overkill), Nevermore, Iron Maiden zum Teil,… das war´s aber schon. Wenige Rock- und Heavy-Sänger sind in diesem Bereich klassisch trainiert. Zak Stevens von Savatage (und Circle II Circle) deckt diese Richtung auch noch phantastisch mit ab. Immer nur diese hohen Gesangssachen werden mit der Zeit langweilig.“

Als ich Michael erzählte, dass Zak Stevens damals noch recht frisch bei Savatage vorerst als Vocalist Geschichte war, konnte man das enttäuschte Gesicht durch´s Telefon fast fühlen. Dann folgte leises Gegrummel und nach kurzer Gedenkminute ging es weiter im Text.

„Reawaken“

„Wie gesagt, mein Ziel ist, auch diese stimmliche Bandbreite miteinzubringen. Ich habe der Band auch von vornherein gesagt, dass ich nur so singen kann. Und wenn es ihnen nicht passt, dann eben nicht. Wie man sieht, hat es ihnen aber gepasst, hihi.“ Als für sich selbst sehr wichtig erachtete Michael auch die dramatische Seite am Heavy Metal, den theatralischen Aspekt, der Heavy Metal für manche erst zu der Intensität treibt, die diese Musik auszeichnet.

Wie gesagt, mein Ziel ist, auch diese stimmliche Bandbreite miteinzubringen

Der Dramatiker

„Ich bin selbst ein recht dramatischer Typ und ich liebe diese Art der Performance. Für mich gehört das einfach zum Heavy Metal. Geschreie am Mikro ohne jegliche Emotionen ist schlicht langweilig. Man muss sicher erst an seiner Technik arbeiten, aber dann an einer eigenen Persönlichkeit und der Fähigkeit, Emotionen herauszulassen. Vorher sollte man sich als Musiker vielleicht nicht auf die Menschheit loslassen. Viele Musiker und Sänger fangen zu früh, sie sind oft keine Sänger, sondern nur das fünfte Mitglied einer Band, das eben zufällig singt. Und manche wiederum hören auch zu früh auf, sich weiterzubilden und ihre Fähigkeiten auszubauen. Da sollte man immer dran bleiben.“ Und Michael zeigte sich ob der damaligen Neuigkeit immer noch fassungslos: „ Aber andere Frage: Warum hat Zak Savatage verlassen? Er war eines der großen Trademarks der Band und ein sehr großer Einfluss für sie.“ Nach einer kurzen Erklärung kamen wir wieder auf den bisherigen Werdegang von Michael zurück.

Nicht nur Riffs reißen einen Song

„Bis ich zu Onward kam, war ich ein Sänger, der angeheuert wurde. Ich war nie festes Mitglied in einer Band. Durch einen meiner Studio-Jobs kam ich allerdings dann in Kontakt mit den Jungs von Onward. Ich bevorzuge es, in eine richtige Band involviert zu sein. Es stellt für mich kein Problem dar, mit anderen Leuten zeitweilig zusammenzuarbeiten, zumal man dadurch auch eine Menge lernen kann, aber es ist mir lieber, zu einem festen Haufen zu gehören, mit dem man auch wachsen kann.

Dieses Zusammenspiel bringt geile Songs hervor, man stachelt sich selbst an und kann seine Gegenüber einschätzen. Es sind nicht nur die Riffs, die einen guten Song ausmachen, sondern der Zusammenhalt der Leute. Auf einem Konzert guckt man sich ja auch alle Mitglieder der Band an und nicht nur den Gitarristen oder den Sänger. Es ist nicht so, dass drei Tote und ein Lebender auf der Bühne stehen.“ Na, Gott sei Dank. Wer weiß, wie viele aus dem Publikum dann aus Geruchsgründen in Ohnmacht fallen würden.

Line-up:

Chris Payette: Bass
Randy laFrance: Bass
Jon Pereau: Drums
Toby Knapp: Guitars
Michael Grant: Vocals (R.I.P. 2012)

Alben:

  • Evermoving
  • Reawaken
  • The Neverending Sun Demo
  • The Neverending Sun
  • New Fathoms Down

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