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Veröffentlicht am 20.07.2015 von nemesis

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Manowar zu Stefan Raab und „Warriors Of The World“

Manowar – Wenn der Warrior mit dem Raab

… nun, wir wissen mittlerweile alle, was dann passiert: Coole Mucke bei Stefan Raab und kulturelle Entwicklungshilfe für das deutsche Volk via TV. So geschehen am 18. April, jenem Tag, als Manowar bei TV Total einfielen und für Stimmung sorgten. Drummer Scott Columbus zeigt sich, wenn wundert´s, gut gelaunt: „Wir sind wieder da und geben wieder Interviews, sind wieder on the road, cool!“

Der Gute hat die Qual, sein erstes Interview zur aktuellen Platte „Warriors Of The World“ mit mir führen zu müssen, insofern weiß Scott absolut gar nicht, was die schreibenden Zunft so bisher vom neuen Werk hält. Wobei das allerdings nicht die spannendste Frage sein wird, denn angesichts der Qualität des Scheibchens dürften die Reaktionen klar auf der Hand liegen. „Wir haben an den neuen Stücken sehr lange gearbeitet. Wenn man mitten in der arbeit steckt, verliert man leicht den Überblick, die Objektivität.“ Ist ja nichts Neues, und auch ‚alte Hasen’ wie Manowar sind vor so etwas nicht gefeit.

„Der Eindruck von dem Ganzen an sich blieb da ein wenig auf der Strecke, doch die Arbeit an den Songs war sehr angenehm und erfüllend für uns. Jede Platte ist eine neue Herausforderung und das liebe ich. Ich habe ein Studio zu Hause. Es gibt vieler Musiker, die das Arbeiten im Studio absolut nicht leiden können, ich hingegen mag das voll. Dort kann ich viel und in Ruhe arbeiten.

„Konzerte sind ein Nehmen und Geben auf beiden Seiten, bei den Fans wie bei uns“

Wir kümmern uns auch nur um Manowar, wenn etwas ansteht, da läuft nichts anderes nebenbei. Wir wollen das bestmögliche Produkt abliefern und hoffen natürlich, daß die Fans es letztendlich mögen werden. Heavy Metal-Fans sind dankbarer und sehr hingebungsvoll. Wenn eine Band ihre Fans wissen läßt, daß sie eine große Inspirationsquelle sind, machen die Fans jeden Gig zu einem einzigartigen Erlebnis. Es ist ein gegenseitiges Geben. Jedes Konzert ist so wie ein Fingerabdruck. Ob nun Presse oder Fan, jeder hat seine eigene Meinung und nicht jeder liebt oder haßt diese Platte.“ Hängt man nur sein Herz auch wirklich an das, was man tut, scheint es auch, als würde man den Lohn irgendwann einstreichen können.

„Wenn man als Musiker wirklich liebt, was man tut, kann man auch überleben. Wir haben stets das getan, was sich für Manowar gut ‚angefühlt’ hat. Ob es schwieriger wäre, einen solchen Status, wie wir ihn haben, zu erreichen, wenn wir heute erst an den Start gehen würde, weiß ich nicht. Ich bin einfach der Überzeugung, daß man erfolgreich sein kann, wenn man an sein Tun glaubt und ehrlich ist. Egal was andere sagen, Leute: Folgt Eurem Herzen. Hört man ständig nur darauf, was andere sagen, ist es schwierig, seinen eigenen Weg zu gehen. Kümmert man sich um das, was von außen in dieser Richtung kommt, weniger, findet man seine Richtung sicher und kommt auch ganz gut durch.“

„Wir steigern uns nicht gleich en masse rein, wenn mal was ultra Positives und total Mieses an Feedback kommt“

Was nicht heißen soll, daß man anderen nicht auch mal Gehör schenken sollte. Denn die Weisheit hat keiner von uns mit dem Whiskey-Trichter eingeflößt bekommen. Und sich selbst ehrlich betrachten, seine Einstellung und Handlungsweise überdenken und sich auch mal ändern kann und sollte jeder. Und der nötige Anstoß kommt nicht selten von außen. Man muß in diesem Fall nur unterscheiden können, ob dieser Anstoß auch aus der richtigen Ecke kommt. Und an festgefahrenem Denken sollte man sich ebenso wenig einkrallen wie man sich nach der Meinung anderer selbst vollkommen durcheinander bringen lassen sollte. Zumindest nicht, wenn es um Geschmäcker geht. „Insofern freuen wir uns nicht gleich wie die Narrischen bei einer guten Kritik oder fangen bei einer schlechten das flennen an. Positives Feedback ist schön und gut“, ändert aber eben an der Realität auch nix.

Manowar selbst bezeichnen ihre Fans als die besten der Welt: „Aus diesem Grund sind auch der Titel der Platte und der Titelsong unseren Fans gewidmet. „Warriors Of The World United“ wird auch die erste Single-Auskopplung und das erste Video werden.“ Ganz ehrlich kann ich mir gut vorstellen, daß dieses Album die Szene auch wieder ein Stückchen beleben wird. „Ja, manche Platten schaffen das und es wäre toll, wenn das auf „Warriors Of The World“ zutreffen würde. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Geschichte, rockig, mit klassischen Einflüssen versehen. Es war sehr aufregend, dieses Album zu machen. Ich habe gern verschiedene Gefühle auf einer Platte, sowohl, wenn ich mir eine CD anhöre als auch als Musiker.

„Eine Band muß ihren Wurzeln treu bleiben“

Manche Combos bringen hier leider immer wieder das Gleiche oder Ähnliches… oder einzelne Songs wiederholen sich ständig. Bei uns ist das nicht so. Heavy Metal und Klassik ergeben eine Menge verschiedener Facetten, sie weisen viele Parallelen auf und ergänzen sich perfekt. Daher versuchen wir auch immer, diese beiden Seiten zu kombinieren.“ Musikalisch haben Manowar eigentlich so gut wie alles erreicht, oder? „Nun, ich werde in einiger Zeit ein Solo-Projekt in Angriff nehmen. Als Band muß man seinen Wurzeln treu bleiben, dann klappt es auch.

Es ist schon toll, ein Idol zu sein, aber man braucht dennoch Zeit, um sich weiterzuentwickeln. Wobei ich zugeben muß, daß wir über solche Themen, wie jenes, ob uns jemand als Idole betrachtet oder nicht, nicht viel nachdenken. Die Musik gibt mir Kraft, auch Kraft, um mich von negativen Dingen abzulenken. Man kann sich nicht mit Negativem beschäftigen und dann etwas Gutes erleben.“

Klingt ein wenig nach der sich selbst erfüllenden Prophezeiung, an der allerdings doch einiges dran ist. Der seelische Placebo-Effekt sozusagen. „Wenn man einfach nur wartet, was so denn passiert, wird das selten etwas Gutes zu Tage befördern. Die Einstellung, die im Heavy Metal ‚krasiert’, wäre eigentlich nicht selten ein gutes Vorbild für den Rest der Welt. Auch eine Künstler vergessen oft, die Konsequenzen ihres Handelns etc. miteinzubeziehen. Einige denken echt nicht an die Fans oder ihre Karriere, sondern wann sie wieviel saufen können, wie lange sie schlafen können.“

„Vorurteile haben doch auch was Positives“

Aus diesem Grund kann Scott auch diverse Vorurteile der Szene und den Musikern gegenüber verstehen – auch wenn man sie deswegen sicher nicht gutheißen kann. „Auf der anderen Seite: Hätte niemand Vorurteile – um den Faden mal weiterzuspinnen – hätten alle die gleiche Meinung usw. gäbe es auch nur eine CD, eine Form von Kunst oder gleich nur einen Menschen. Gerade die Vielfalt bei Meinungen und Geschmäckern macht doch Kunst aus. Ignoranz ist eben das Problem: Wenn du etwas nicht kennst, dann hasse es.

Das ist schlichte Dummheit und nicht mehr. Egal, auf welchen Bereich man diese Einstellung bezieht. Und auf dieses Käse muß man die Menschen aufmerksam machen.“ Doch mal zurück zur Musik als solche: Daß Manowar trotz verschiedener Details einfach immer nach Manowar klingen, hat unter anderem auch Folgendes als Basis: „Wir haben Rezept, wie wir an eine neue Platte herangehen. Manche der Songs entstanden in den letzten zwei, drei Wochen bevor wir ins Studio gingen, an anderen wiederum basteln wir schon, seit die Band besteht.

Das alles hat etwas mit einer Art Magie, mit Zauber zu tun. Irgendwer fängt mit einer Idee an, einem Riff oder den Drums… und dann wird rumprobiert, bis man das ultimative Ergebnis herausgeholt hat.“ Und während manche Künstler nach einer Scheibe auch mit den jeweiligen Songs abschließen oder sich im ärgsten Fall mit älterem Material oftmals gar nicht identifizieren können, sieht das bei den Metal-Helden schlechthin eben anders aus. „Wenn ich ältere Songs höre, kommen damit nicht wie bei den meisten Fans Erinnerungen hoch, sondern Emotionen. Ich finde, man sollte so agieren, daß man als Künstler auf alles, was man getan hat und tut, stolz sein kann.“

Photocredit: By stinker (http://www.flickr.com/photos/stinka/2055442949/) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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