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Veröffentlicht am 25.04.2015 von Christin Seegert

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Black Metal – die dunkle Seite

Der Black Metal entstand in den 1980er vor allem in Norwegen und Schweden und zeichnet sich durch gutturalen Gesang und monotonen Gitarrengriffen aus. Die Bands aus der Szene setzen sich meist klassisch aus Gesang, Gitarre, Schlagzeug und Bass zusammen. Die ersten Bands des Black Metals verwendeten fast ausschließlich satanistische Texte, dies änderte sich aber im Laufe der Jahre.

In den Medien taucht dieses Genre des Metal meistens negativ durch Meldungen von rassistischer Gesinnung, diversen Mordfällen und vielen anderen Straftaten auf. Der Szene wird bis heute vorgeworfen, dass sie rassistische Bands tolerieren und sich nicht von ihnen distanzieren.

Entstehung und Ende des Black Metals

Der Begriff „Black Metal“ tauchte das erste Mal 1982 auf. Vernom nannten ihr Album und gelten auch musikalisch als Begründer des Black Metals. Ihr simpler Stil, die satanistischen Texte und auch das Verwenden von Pseudonymen anstatt der echten Namen wurden prägend für die Szene. Eine weitere wichtige Band, die aber nicht nur musikalisch die Szene prägte, war Mercyful Fate. Sie traten als erste mit dem sogenannten Corpsepaint (Schminken des Gesichts wie eine Leiche) auf. Ihre Shows fielen auch durch weitere Besonderheiten, wie das Abhalten von schwarzen Messen oder explodierenden Nonnen, auf. Musikalisch brachten sie verschiedene Elemente mit ein, wie zum Beispiel Kirchenglocken und Orgeln. Zwei Jahre später prägte eine weitere Band den unverwechselbaren Stil dieser Musikrichtung.

Bathorys Krächzen und die Qualität der Aufnahmen, die eher einer Demo glichen, beeinflussten das ganze Genre.

Die Musik wurde vor allem in den nordischen Ländern beliebt und breitete sich im Underground zügig aus. 1986 begann dann die sogenannte ‚erste Welle des Black Metals‘. Mayhem veröffentlichten ihr erstes Album „Pure Fucking Armageddon“ und wurden gemeinsam mit Sodom, Celtic Frost, Bathory und noch anderen ein Teil dieser Welle. Die satanistischen Texte dominierten die Szene. Zum Ende der 80er Jahre gab es einen großen Umbruch in den Kreisen des Black Metals. Es entstehen neue Subgenre wie Viking Metal und Death Metal. Der letzte wird auch kommerziell sehr bekannt.

Auch der Black Metal hat sich weiterentwickelt und kommt nicht mehr nur aus den nördlichen Ländern. Es tauchen band aus Lateinamerika auf wie Sorcófago oder Parabellum. Aus den Vereinigten Staaten hört man von Bands wie Goatland und Toten.

Aber auch in Europa entstehen neue Band wie Abruptum und Dissection aus Schweden, Beherit und Goat Vulva aus Finnland und Eminenz und Desaster aus Deutschland. In den 90er Jahren beginnt eine bewusste Abgrenzung vom klassischem Metal und dem Death Metal. Die beiden Gitarristen Euronymous (Mayhem) und Blackthron (Throns) entwickeln das typische Gitarrenspiel des Black Metals. Zu der Zeit gab es viele Veröffentlichungen in der Szene und einige Bands waren der Meinung ihr eigenes Genre zu bilden, zum Beispiel Immortal, die ihren Stil „Holocaust Metal“ nannten. 1992 läutete Darkthrones Album „A Blaze in the Northern Sky“ die zweite Welle des Black Metals ein. Zu der Zeit veröffentlichte auch Euronymous sein Album „Burzum“ vom gleichnamigen Projekt und stieg immer mehr als König des Black Metals auf. Der Stil wurde melancholischer, die Gitarren blieben monoton und das Schlagzeug wurde immer schneller. Neue Band wie Ancient, Hades, Mysticum und Aeba traten auf die Bildfläche.

Euronymous gründete den „Inner Circle“, woraufhin sich auch weitere Vereinigungen in der Szene bildeten, die ihren eigenen Stil verfolgten wie „The Temple of the Fullmoon“. Die Angehörigen dieser Gruppe setzten auf düstere Töne vermischt mit Naturklängen.

Die bekannteste Gruppe vom „Temple of the Fullmoon“ waren Behemoth, die sich aber später von der Black Metal Szene abwandten. 1993 kam es zum Ende des Black Metals. Ihr König Euronymous wurde von seinem Kollegen Vikernes ermordet. Nach und nach schien die Szene sich aufzulösen und die Band schlossen sich mit den großen Plattenfirmen zusammen. Das Album „Panzerfaust“ von Darkthrone aus dem Jahre 1995 gilt als letztes Album des klassischem Black Metals. Die vorhandenen Bands änderten ihren Stil und ließen sich von anderen Musikrichtungen wie dem Punk beeinflussen. Mayhem traten wieder an die Oberfläche, distanzierten sich aber vom Satanismus, wodurch viele sie als Verräter des Black Metals ansehen. Bands wir Ofermod wollten beweisen, dass man Black Metal auch ohne satanistische Texte spielen kann. Die Underground Szene existiert weiterhin mit Band wie Graveland und Infernum. Die Szene ist hauptsächlich in Polen und Griechenland anzutreffen, in Deutschland gibt es einige bekanntere Band wie Lunar Aurora und Nagelfar.

Die Verbindung zum Satanismus

Typisch für den klassischen Black Metal waren die satanistischen Texte, wie auch satanistische Rituale und ähnliches auf Konzerten. Es wurden Bibeln verbrannt, Nonnen in die Luft gesprengt oder sogar schwarze Messen abgehalten. Doch wie sich herausstellte hatten die wenigsten Bands eine direkte Verbindung zum Satanismus oder zu satanistischen Organisationen. Für die meisten Musiker war es ein Hobby, Interesse oder einfach nur Provokation. Doch natürlich gab es auch in den Kreisen auch wirkliche Anhänger Satans. King Diamond von Mercyful Fate ist bekennender Satanist und Mitglied in der Church of Satan.

Die Band Death SS wurde mit einem magischen Ritual gegründet, auf das die Mitglieder großen Wert und Ernsthaftigkeit legten. Die jüngeren Bands der Szene distanzierten sich dann immer mehr vom Satanismus.

Der Tod in der Szene

Die Szene machte leider mehrfach auf sich aufmerksam durch Mordfälle. Der bekannteste Mordfall ist wohl der an Euronymous. Sein Kollege Vikernes von Burzum erstach ihn mit 23 Messerstichen. Bei seinen Aussagen widersprach Vikernes sich mehrmals und somit konnte das Motiv nie eindeutig geklärt werden. Es reicht von Homosexualität bis hin zur Notwehr. Vikernes wurde zu 21 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde nach einem Fluchtversuch noch einmal um dreizehn Monate verlängert. Der Mord gilt als Schnittpunkt in der Geschichte des Black Metals und soll auch das Ende des Genres bedeutet haben.

Der Mordfall von Sondershausen fällt leider auch in die Szene des Black Metals. Die Mitglieder der Band Absurd brachten ihren Mitschüler mit einem Stromkabel um. Er wollte wohl mit ihnen befreundet sein und der Band beitreten. Diese fühlte sich davon genervt und wollten ihn, nach eigenen Aussagen, nur erschrecken. Der Mord soll ein Unfall gewesen sein. 1994 wurden die drei Täter zu acht, beziehungsweise sechs Jahren Haft verurteilt. Die Verurteilung liegt weit unter der möglichen Höchststrafe im Jugendrecht. Die drei Jungs machten im Gefängnis weiterhin Musik. 1998 wurden sie auf Bewährung entlassen. Hendrik Möbis bezeichnete sein Opfer später als „Volksschädling“ woraufhin die Bewährung widerrufen wurde.

Nach seiner Flucht in die USA wurde er 2001 ausgeliefert und saß den Rest seiner Haftstrafe ab.

Auch der Selbstmord des Mayhem Sängers Dead sorgte für Aufsehen. Er schnitt sich die Pulsadern auf und erschoss sich danach mit einer Schrotflinte. Der Gitarrist Mayhems, Euronymous, fand den Toten. Bevor dieser dann die Polizei rief, sammelte er Splitter des Schädelknochens auf, die später als Schmuck an Freunde der Band verschenkt wurden. Des Weiteren machte er auch Fotos des Verstorbenen. Eines davon wurde später das Cover des Albums „The Dawn of Black Hearts – Live in Sarpsbor, Norway“.

Guitarist

Der „Inner Circle“

Die Gruppe wurde von Euronymous gegründet und die Auswahl der Mitglieder erfolgte akribisch. Sie verübten mehrere Anschläge auf Kirchen, brannten diese nieder. Hitler und andere Diktatoren wurden verehrt und es wurden Briefbomben an verfeindete Bands geschickt. Viele der Mitglieder verübten diverse Haftstrafen wegen Grabschändung, Brandstiftung und Mordes. Später wurde die Existenz des „Inner Circles“ abgestritten und als Erfindung der Medien ausgegeben. Es bildeten sich auch andere Vereinigungen, wie „The Temple of Fullmoon.“ Ihr Begründer war der Sänger der Band Behemoth Nergal.

Dieser löste sich aufgrund von Polizeiermittlungen bezüglich Rechtsextremismus‘ auf. Behemoth und auch Sänger Nergal distanzierten sich daraufhin vom Black Metal und der dazugehörigen Gesinnung.

Der Black Metal hat eine nicht allzu lange aber sehr intensive Geschichte. Einige Bands sind bis heute bekannt und werden gefeiert. Sie treten auch noch auf. Dennoch ist es sehr ruhig geworden um die Szene, was aus den bekannten Meldungen wohl auch nicht so falsch ist. Der Black Metal lebt auf jedem Fall weiter – ob nun auf den großen Bühnen oder im Untergrund.

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