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Veröffentlicht am 24.08.2015 von nemesis

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Dream Evil´s Anfang

Wenn Produzenten Musik machen…

… kommt im Falle von Dream Evil eine der geilsten Metal-Scheiben der letzten Monate heraus. Vielen dürfte Fredrik Nordström (guit., keys) bereits durch sine Produktionswerke mit Hammerfall, Dimmu Borgir und In Flames ein Begriff sein, doch am Abwechslungsreichtum von Dream Evil´s Debut DragonSlayer können sich einige Herrschaften eine gewaltige Scheibe abschneiden. Doch hatten auch einige Leutchen musikalisch etwas anderes als puren melodischen Metal mit einer Menge Power erwartet, wie Fredrik erzählt:

„Besonders einige Internet-Magazine meinten durch die Bands, die ich produziere, die Musik von Dream Evil würde in die Death Metal-Richtung gehen. Nun, diese Fans kommen wohl kaum so richtig auf ihre Kosten. Es wird immer behauptet, daß Metal noch Underground ist, dennoch hat auch hier irgendwie der Kommerz Einzug gehalten, was vielleicht auch der Grund dafür sein kann, die nicht alle Hörer etc. so richtig aufgeschlossen sind. Die Fans stecken auch wesentlich mehr in der Musik als im Pop-Bereich – und ohne diese Fans gäbe es den Metal schon lange nicht mehr.“

Manchmal könnte man meinen, es wäre leicht, eine gute Plattenfirma zu finden. Aber man muß auf viele Details schauen

Erste Züge nahm Dream Evil 1999 an, als die Band das Material auch recht flott einspielte und sich auf Labelsuche machte. „Ich hatte vor 1999 schlicht auch keine Zeit, die Platte herauszubringen“, wirft der Musikus ein. „Zwischen der Aufnahme und dem Release lag ein ganzes Jahr. Diese Zeit war doch recht langweilig. Ich konnte keine neue Musik schreiben, sondern wir haben nur gewartet, daß etwas passiert. Und eine Plattenfirma zu finden, die einem wirklich gute Konditionen bietet, ist auch nicht gerade die leichteste Übung. Wir hatten diverse Angebote, doch es war zum Beispiel auch ein Label dabei, daß uns gleich erstmal acht Monate auch Tour schicken wollte.“

So gab es auch schon Situationen, in denen Fredrik Combos in seinem Studio hatte, die vertraglich so und so viele Scheiben in einer gewissen Zeit herausbringen mußten – oder noch zu einer gewissen Anzahl an Releases verpflichtet waren, bevor sie aus dem Vertrag raus durften. Gut, dafür gibt es Verträge, aber was hilft es einem Label, wenn man einen Künstler vertraglich zwingen muß, kreativ zu sein… „Ein Deal zu bekommen ist wie eine große Party. Dennoch sollte man nie vergessen, auch sein Hirn einzuschalten, mit dem Wisch vielleicht zum Anwalt zu gehen und den Vertrag durchchecken zu lassen.“

Es ist echt ein Fehler, wenn man mehr will als das eigene Können hergibt

Ein weiterer Traum des Gitarristen ist es, sich den japanischen Markt vorzuknöpfen. „Dort zu spielen ist wirklich ein absoluter Traum von mir, doch man muß alles nehmen, wie es kommt. Aber so einfach ist das auch nicht immer. Mit guten Reviews komme ich bestens klar, an schlechteren knabbere ich immer noch, haha. Doch unterm Strich habe bei Weitem nicht mit soviel wohlwollenden und positiven Resonanzen gerechnet. Meiner Meinung nach sollte man auch nie über dem eigenen technischen Standart versuchen zu spielen, da so nur die Power der Musik, die Power der Band verloren geht. Ich finde es teils richtig klasse, wenn Künstler, mit denen ich im Studio arbeite, nicht alles präsentieren, was sie wirklich können, sie nicht ständig an ihre eigenen Grenzen gehen. Klingt vielleicht einerseits blöd, auf der anderen Seite kann man sich schlicht mehr auf die Wirkung der Musik und das Feeling konzentrieren, wenn man sich nicht ständig selbst bis zum Äußersten fordert. Bei „DragonSlayer“ habe mal ich die Gitarren bei dem einen Song eingespielt, Gus G. sie bei einem anderen. Je nachdem, wer das beste Gefühl für den jeweiligen Song oder Part hatte.“

Das nennt man Teamwork – und so was aus dem Mund eines Gitarristen, grins. „Wir sind eine Band mit fünf Songwriter, insofern kann sie gar nicht so durchschnittlich geworden sein. Und unser Material ist voll von Klischees, aber genau das lieben wir!! Man sollte nicht immer zu ernst nehmen, man muß auch mal in den Spiegel schauen und über sich selbst lachen können.“

photocredit: By Thargol (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

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