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Veröffentlicht am 03.05.2015 von Christin Seegert

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Thrash Metal

Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax – die Big Four des Thrash Metal. Doch auch das Dreigestirn des Thrashs aus Deutschland – Kreator, Sodom und Destruction. Sie alle stehen für den Thrash Metal wie keine anderen Bands. Und noch heute kennt man ihre Namen oder liest sie sogar auf Konzert – und Festivalplakaten. Jeder kennt wenigstens Metallica und auch die anderen Bands sind im Rock keine Unbekannten. Sie prägten und errichteten den Thrash Metal und sorgen dafür, dass er bis heute noch gehört und geliebt wird.

Die Anfänge

In den späten siebziger Jahren waren Glam Metal Bands wie Mötley Crüe angesagt. Doch die jüngeren Fans verlangte es nach härter Musik und härteren Texten, die sich dann mit Gewalt und Politik befassten. Bands wie Exodus, Death Angel, Anthrax und Overkill entstanden. In Europa bildete sich die Szene hauptsächlich in Deutschland aus, wenn auch anfangs erst im Untergrund. Alben wie „Filth Hounds of Hades“ von Tank oder „Heavy Metal Maniac“ von Exciter gelten als die ersten Alben des Thrash Metals. Der Erfolg kam aber erst ein Jahr später, als Metallica 1983 ihr Album „Kill `Em All“ veröffentlichte. Auf dem Album ist auch der Song „Whiplash“, der als Ur-Thrash-Song gehandelt wird. Das Album zeichnete sich durch sein schnelles Spiel und seine Aggression aus. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Präzession, die den Thrash Metal prägte. Doch es kam an! Über 17 Tausend Exemplare wurden in den ersten zwei Wochen verkauft. Zu einer Chartplatzierung sollte es aber erst im Jahr 1986 kommen, nachdem Metallica ihr drittes Album „Master of Puppets“ veröffentlicht hatten. Ein weiteres wichtiges Album der Anfänge des Thrash Metals ist das zweite Album der Kult Band Slayer „Show No Mercy“, das ebenfalls 1983 erschien. Beide Bands ebneten den Weg des Thrash Metals.

Der Thrash Metal war geboren. Er war schneller und härter als der klassische Heavy Metal. Er wird als eine Verschmelzung aus dem Hardcore Punk und dem New Wave of British Heavy Metal angesehen.

Weitere wichtige Alben dieser Zeit waren „Bonded by Blood, killing is my Buisness…and Buisness is good“ von Megadeth und „Fistful of Metal“ von Anthrax. Trotz der Zugehörigkeit zu dem Genre unterschied die Musik der einzelnen Band sich. Bei Metallica spürte man den Einfluss von Motörhead, wogegen Slayer sich eher an Vernom orientierten. Ein zentraler Ort für den Thrash Metal war New York zu dieser Zeit. Das Laben „Megaforce Records“ hatte dort seinen Sitz und veröffentlichte die Alben von Metallica und anderen. Parallel dazu bildete sich auch eine Thrash Metal Szene in Europa, deren Kern im Ruhrgebiet in Deutschland lag. Es entstanden Bands wie Destruction und Exodus. Diese hatten große Probleme Anerkennung zu bekommen, ließen sich davon aber nicht unterkriegen. Im Untergrund verbreitet sich ihre Musik und wurde somit immer bekannter. Heute lässt sich nicht mehr eindeutig sagen, ob die Amerikaner die Deutschen beeinflusst haben oder die Deutschen die Amerikaner. Doch das scheint auch niemanden weiter zu stören, denn einen Streit diesbezüglich gab es nie.

Wichtige deutsche Thrash Metal Band waren unter anderen Kreator, Sodom, Living Death und Angel Dust.

Einen großen Einfluss soll auch die Band Chainsaw mit ihrem einzigen Album „Hell’s Burnin‘ Up“ gehabt haben. Ab 1985 feierte der Thrash Metal seine Höhepunkte. Es gab eigene Zeitschriften und auch die Alben der Bands standen in den Charts weit oben. Der absolute Höhepunkt soll Slayers „Reign in Blood“ gewesen sein. Doch nach und nach änderte sich der Sounds der Band. Schon mit dem Album „Master of Puppets“ ließ Metallica einen neuen Sound von sich hören, auch wenn das Album heute noch dem Thrash Metal zugeordnet wird. Eine Sache, die ihnen nie vorgeworfen wurde, da sie die Musik damit revolutioniert hatten. Auch Anthrax‘ Album „Among the Living“ von 1987 wurde nur noch als halbes Thrash Metal Album abgetan. In dieser Zeit wurde auch der Death Metal immer bekannter und verdrängte das Genre, aus dem er eigentlich entstanden ist immer mehr. Eine der wenigen der Bands, die noch heute zum Thrash Metal zählen und weiterhin erfolgreich waren, waren Slayer.

Die Neunziger

In den Neunziger Jahren wurde es sehr ruhig in der gesamten Metal Szene. Der Grunge und der Alternative Rock hatten die Charts an sich gerissen und auch Bands wie Metallica ließen ruhigere Töne anklingen. 1992 veröffentlichten sie ihren Mega Hit „Nothing Else Matters“, der sie nach ganz oben brachte und kommerziell erfolgreich. Doch die Szene sah das nicht so gern, dass eine Band aus dem Thrash Metal, das für seine harten Klänge bekannt ist, nun solche Töne anschlägt. Aber nicht nur das machte der Szene zu schaffen.

Death Angel und Exodus lösten sich auf, Anthrax warf ihren Sänger raus und andere Bands experimentierten mit anderen Einflüssen der Musik.

Doch diese Experimente führten zu einer Welle des Neo-Thrash. Bands wie Pantera, Machine Head und Sepultura kamen an die Oberfläche und ließen das Genre nicht vergessen werden, ohne kommerziell orientiert zu sein. In Europa bildete sich eine Untergrundszene, in denen die Bands wie Aura Noir, Scepter oder Bewitched spielten. Da diese aber meistens aus der Black und Death Metal Szene stammten, nahm man ihnen nicht ab, dass sie Thrash Metal spielen wollten. Auch in Australien erschienen Bands wie Deströyer 666, Hobbs‘ Angel of Death und Gospel of the Horns. Sie spielten eine sehr rohe Art des Thrash Metals und ließen sich dabei von Sodom, Celtic Frost und anderen beeinflussen, ohne ihre eigene Note zu verlieren. Die Eigenständigkeit der Musiker stand im Vordergrund.

Die 2000er

Der Thrash Metal bildete eine neue Generation und gewann neue Fans. Einen großen Anteil hatten daran wohl auch die Wiedervereinigungen von Exodus und Destruction. Es entstanden neue Bands wie Gama Bomb, Evile, Suicidal Angels und Battalion, die von den Großen der Szene unterstützt wurden und als Vorbands ihre Bekanntheit steigern konnten. Kreator kehrte wieder zum Thrash Metal zurück und auch die letzte Platte von Metallica hatte wieder viele Elemente ihrer ersten Alben aus den achtziger Jahren.

Der Thrash Metal ist angesagter als je zuvor. Die aktuelle Generation will wieder die Musik aus den achtziger Jahren, die heute gern als „echte Musik“ bezeichnet wird.

Es gibt kaum noch dominierende Musikrichtungen in den Charts und die neuen Musiker können sich kaum länger als ein Jahr halten. Doch das Publikum hätte gern mehr Beständigkeit und greift somit immer lieber auf die Musik von Früher zurück. Außerdem sind die Kinder, deren Eltern früher Metallica und Slayer hörten, jetzt erwachsen und wollen weiterhin der Musik lauschen, mit der sie aufgewachsen sind. Bands wie Metallica und Slayer spielen schon lange nicht mehr nur auf Metal Festivals, sondern erreichen auch die breite Masse der Rock Musik Sympathisanten. Und da die, die mit dieser Musik groß geworden sind, heute ihre Kinder ebenfalls mit dieser Musik aufwachsen lassen, wird sie wohl auch in zwanzig Jahren noch zu hören sein.

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